Archeologiczne przywracanie pamięci o Wielkiej Wojnie.
Materialne pozostałości życia i śmierci w okopach na froncie wschodnim oraz stan przemian krajobrazu pobitewnego w rejonie Rawki i Bzury (1914-2014)

Archäologische Projekt

Das Projekt

Archäologische Weiderherstellung von Erinnerung an den Großen Krieg.

Materielle Artefakte des Lebens und Todes in Schatzgräbern der Ostfront

und der Zustand der nach dem Krieg verwandelten Landschaft

in der Gegend von Rawka und Bzura (1914-2014).

Das Projekt ist vom Institut der Archäologie und Ethnologie der Polnischen Wissenschaftsakademie realisiert und vom Nationalen Zentrum der Wissenschaft finanziert.

Projektleiterin: Dr hab. Anna Zalewska

Das Projekt wird im Sommer 2014-2018 realisiert.

 

Zwischen Dezember 1914 und Juli 1915 erlitten die russische und deutsche Armeen an der Rawka und Bzura riesige Verluste. Heute wird schätzungsweise angenommen, dass damals über 80 000 Soldaten gefallen waren (ca. 30% der im Großen Krieg auf beiden Seiten kämpfenden Soldaten waren Polen). Auch lokale Bevölkerung schmerzliche Schäden erlitten.

Es hat keinen Sinn, alte Wunden aufzureißen,

aber die Sorge um Narben scheint ein richtiges Verhalten zu sein

Falls Sie an diesen Problemen interessiert sind,

kontaktieren Sie bitte: Anna Zalewska: azalew@op.pl

Viele von dem Drama des Krieges betroffene Orte sind besonders empfindsam, sowohl hinsichtlich Bewahrung ihrer physischen Form als auch in Bezug auf emotionelle oder politische Konnotationen, die Waffenkonflikte sowie Erinnerungen daran unvermeidlich begleiten. Es ist besonders gut sichtbar im Fall von Schauplätzen historischer Konflikte, die im erweiterten sozialen Gedächtnis aktiv anwesend sind. Wegen des ersten experimentellen und anschließend mehrmaligen Einsatzes von chemischen Waffen haben wir mit solchem Phänomen im Fall von der sog. Schlacht von Bolimów zu tun.

 

„MATERIELLE ZEUGEN” ALS MAHNUNG  UND ALS VERSÖHNUNGSMITTEL

Um uns herum sind immer noch „materielle Zeugen” vergangener Ereignisse anwesend – Spuren, die fortdauern und die es sinnvoll ist, als Unterrichtstunden der Geschichte, Empfindlichkeit, des Verständnisses für die Kompliziertheit der Vergangenheit und der uns umgebenden Palimpsest-Wirklichkeit zu betrachten. Es sind auch potenzielle Unterrichtsstunden der Empathie für Soldaten, die in unserer Gegend gefallen sind und für Menschen, die infolge der ausgetragenen Kriege ihre normale, ruhige Alltäglichkeit verloren haben.

CHRONOLOGIE DES GROSSEN KRIEGES AN DER RAWKA

 

Gegen Ende des Jahres 1914 verwandelte sich der Bewegungskrieg (die sog. Lodzer Operation) in den Stellungskrieg. Die Truppen der 9. deutschen Armee, die an das Rawka-Ufer gelangt waren, stießen in der Gegend von Bolimów die in Schützengräbern liegenden Teile der 1., 2. und 5. russischen Armeen. Das Gebiet an der Rawka und Bzura war Zeuge vom Einsatz chemischer Waffen von den deutschen Truppen.

  1. Dezember 1914 – deutsche Truppen marschierten in Bolimów ein.

Winterschlacht an der Rawka:

  1. Januar 1915 – Anfang der blutigen Schlacht in der Gegend von Bolimów; Der erste Sturm mit dem massenhaften Einsatz chemischer Waffen. Von den Deutschen wurden 18.000 chemische Geschosse mit Xylylbromid (Tränen erregende Substanz) sowie „Ni”-Geschosse (Niespulver) (reizende Substanz) benutzt.

Frühjahrfeldzug an der Rawka: März – Mai 1915 Von beiden auf Feldstellungen in Schützengräbern stehenden Armeen wurden folgende Waffen benutzt: Maschinengewehre, schwere Artillerie, Granaten, Minen- und Flammenwerfer.

Sommerschlacht an der Rawka: Mai – Juli 1915

Einsatz chemischer Waffen im Osten – GIFTGASE AN DER RAWKA:

31.05.1915 – erster Angriff mit tödlichem Chlor. Es wurden wahrscheinlich 12 000 Gasflaschen eingesetzt, aus denen 240 Tonnen Giftgas abgeblasen wurden.

12.06.1915 – zweiter Gasangriff. Es wurden wahrscheinlich 45 000 Gasflaschen eingesetzt.

6 – 7.07.1915 – dritter Gasangriff. Es wurden wahrscheinlich 9 000 Flaschen mit Chlor eingesetzt.

16 – 17.07.1915 Ende der Kämpfe an der Rawka. Gefolgt von den deutschen Truppen zog sich die russische Armee bis zur Weichsel zurück.

Das Leben der lokalen Bevölkerung normalisierte sich langsam und mit großer Mühe – leider nur für kurze Zeit. Bald darauf wurde dieses Gebiet von einem neuen Krieg erfasst.

 

Gedenken an die Opfer chemischer Waffen an der Ostfront des

1.  Weltkriegs

“Die OVCW – Familie hat auf verschiedene Weise der Opfer des weltweit ersten massiven Einsatzes von Chemiewaffen am 22. April 1915 bei Ypern / Belgien gedacht. Deutsche Soldaten waren jedoch nicht nur die ersten, die diese neue Waffengattung an der West-, sondern auch an der Ostfront des 1. Weltkrieges eingesetzt haben. Am 31. Mai 1915 attackierten deutsche Truppen ihre (v.a. russischen) Gegner in der Nähe des polnischen Bolimów mit Chlorgas. Aus Anlass des 100. Jahrestages besuchte Botschafter Israng am 31. Mai 2015 die Region Bolimów zusammen mit dem Ständigen Vertreter Polens bei der OVCW, Botschafter Jan Borkowski. Gemeinsam nahmen sie an verschiedenen Programmpunkten teil, die der Erinnerung an den Chlorgaseinsatz und seinen Opfern im Jahr 1915 gewidmet waren. Hierzu zählte die Eröffnung einer Ausstellung sowie die Nachstellung der historischen Ereignisse. Zudem legte Botschafter Israng am russischen Massengrab in Guzów sowie auf mehreren deutschen Soldatenfriedhöfen Blumen nieder. Dabei erinnerte er auch an die vielen polnischen Opfer auf beiden Seiten. Botschafter Israng dankte der Bevölkerung und den Behörden der Region Bolimów sowie den polnischen Archäologen und Historikern um Anna Zalewska, Stanislaw Kalinski und Jacek Czarnecki für ihr Engagement, mit dem die Erinnerung an die Ereignisse vor 100 Jahren wach gehalten wird”.

after:http://www.den-haag-cw.diplo.de/Vertretung/den-haag-cw/de/04_20Aktuelles/Gedenken_20in_20Polen.html

fot.3. Fot. by Anna Zalewska IX 2012

 

 

Buried Memories

by Eric Vander Borght

for The Organisation for the Prohibition of Chemical Weapons (OPCW)

“Ein Filmprojekt, welches sich mit dem Einsatz chemischer Waffen im Ersten Weltkrieg befasst, ist nun fertig. Als Geschichtsdarsteller bzw. Reenactor durften wir daran teilnehmen und Anna Zalewska und Stanisław Kaliński bei ihrer Arbeit in Bolimów bei Warschau begleiten. Es ist wichtig und gut zu wissen, dass unser Hobby – obwohl es zuweilen wegen des militärischen Charakters auf Unverständnis stößt- helfen kann und sollte, Brücken und Freundschaften zwischen Ländern und Menschen zu bauen. Grade jetzt, wo sich die “Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts” zum 100.Male jährt, ist es schön, dass neue Freundschaften unter den Darstellerkollegen aus Polen und unseren anderen Nachbarländern entstanden sind und man gemeinsam sowohl “Freude am Hobby” hat, als auch in Würde gedenken und erinnern kann”

after Konrad Michael Schumacher.
(Der Film ist in Polnisch. Untertitel in Englisch sind neben der Lautstärke bei “CC” zu finden.)

see: http://www.thefiresproject.com/

“Directly after the first chlorine gas attack in Ieper, Belgium, the German army deployed the same deadly weapon on the Eastern front in May 1915 . The scale of the attack during the battle at Bolimów, Poland, was unprecedented: almost double the amount of chlorine gas was used in Bolimów than at Ieper, leaving thousands of people dead.

A hundred years later, Anna Zalewska, a Polish archaeologist, arrives at the banks of the River Rawka near Bolimów. To the naked eye, this area’s tragic past seems buried and forgotten. But as Anna identifies the lines of old trenches, she unearths human remains lying just under a thin layer of forest soil. When local people flock to the re-enactment of the historic battle, the past suddenly reveals its gruesome face with the pungent smell of chemical weapons, and the noise and chaos of combat. For Anna, too, her efforts bring the past alive for us in the present: “Archeology may put an end to certain traumas. What we have to show may be difficult and heartbreaking, but it can enrich us.”

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